Unser Alltag nach dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran am 28. Feb. 2026

Einige Raketen durchbrechen die Luftabwehr und erreichen auch Jerusalem. In Tel Aviv wurde sogar ein Kindergarten getroffen. Gottseidank ohne dass jemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Es wird gefährlicher. Sr. Daniela, Oberin der Borromäerinnen von St. Charles in Jerusalem beschreibt die bedrückende Situation und die belastenden Einschränkungen im Alltag.

Wir sehnen uns nach Frieden und Normalität.

Schwester Daniela, Oberin von St. Charles in Jerusalem, beschreibt im Newsletter der „Handwerker des Friedens“ vom 21.3. die aktuelle Lage.

„Es sind sehr schwierige Zeiten, und mit einer Eskalation war zu rechnen – jedoch nicht in diesem Ausmaß. Das normale Leben ist stark eingeschränkt; nur Geschäfte des täglichen Bedarfs sind geöffnet. Während der Alarmsirenen werden uns im Laufe des Tages häufig von den Sicherheitsorganen die Schutzräume empfohlen, die wir manchmal erreichen können. Noch belastender ist es, wenn man in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wird und sich rasch in Sicherheit bringen muss. Gott sei Dank ist unser Haus massiv gebaut, und unser Kellerraum auf Ebene –2 leistet uns dabei gute Dienste.

Der Kindergarten ist geschlossen, sodass wir im Fernunterricht mit Videos arbeiten. Es ist sehr schwierig, die Familien zu erreichen. Die Kinder sind noch klein, und wir sind auf die Unterstützung der Eltern oder älterer Geschwister angewiesen, die wiederum ihre eigenen schulischen Verpflichtungen haben. Manchmal erhalten wir die Hausaufgaben erst spät am Abend, je nachdem, wann die Eltern Zeit finden, die Aufnahmen vorzubereiten. Während der Pandemie ließ sich die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten wesentlich leichter aufrechterhalten. Jetzt jedoch bestimmt die Angst, im eigenen zuhause die Sicherheit zu verlieren, den Alltag. Wir tun alles in unseren Kräften Stehende, um die Kinder zu ermutigen und ihnen zu zeigen, wie sehr sie uns fehlen und wie sehr wir uns danach sehnen, wieder gemeinsam zu spielen und zu lernen. Es ist bedrückend, an die Zukunft zu denken – und dennoch möchten wir unsere Hoffnung nicht verlieren.

Seit Beginn des Krieges hat eine Familie aus Haifa bei uns Zuflucht gefunden, und so ist wenigstens ein wenig Leben im Haus.Den Schwestern geht es den Umständen entsprechend gut. Wir können unsere Lebensmittel in einer Einkaufsstraße ganz in der Nähe besorgen. Längere Fahrten vermeiden wir in diesen Tagen, nicht aus Angst, sondern aus Vernunft. Wir bemühen uns, unsere Freude zu bewahren und Kraft zu schöpfen – durch die tägliche Eucharistiefeier und unser gemeinsames Gebet. Möge das alles bald ein Ende finden und die Menschen wieder in Würde und Frieden leben können. Mit nochmaligem herzlichem Dank für Ihre liebe Verbundenheit.

Sr. Daniela